#66: Freiheit und Alkohol
Shownotes
In dieser Folge spreche ich über Alkohol, Freiheit und die seltsame kulturelle Verknüpfung zwischen Betäubung und Lebendigkeit. Warum fühlt sich Alkohol für so viele Menschen wie Freiheit an, obwohl Sucht das genaue Gegenteil davon ist? Warum wird ausgerechnet eine depressionsfördernde Substanz mit Spontaneität, Gemeinschaft, Urlaub, Kunst und Selbstentfaltung beworben?
Ich erzähle außerdem, warum Nüchternheit für mich heute die viel größere Form von Freiheit ist. Als Möglichkeit, ein Leben zu gestalten, aus dem ich mich nicht ständig wegbeamen muss.
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00:00:01: All diese besonderen Momente sind irgendwie mit Alkohol verknüpft.
00:00:05: Auch natürlich die Traurigen, da wird Alkona auch hergenommen.
00:00:09: also ich glaube fast jede vor menschlicher Emotionalität wurde irgendwann mal mit Alkohole ritualisiert.
00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sober Art.
00:00:21: Mein Name ist Linda Fress, und dieser Podcast soll dich zur Mehrfreiheit in deiner Beziehung zum Alkohol inspirieren!
00:00:27: Hier geht es um Selbstwirksamkeit, Kreativität und die Rolle von Alkohl im persönlichen wie gesellschaftlichen Kontext.
00:00:35: Und heute geht das um das Thema Freiheit – ein riesengroßer Begriff der so häufig verwendet wird in allen möglichen Zusammenhängen dass er schon fast irgendwie leer klingt und die Philosophie beißt sich überhaupt seit jeher die Szene daran aus.
00:00:51: Dennoch finde ich es wichtig, über das Thema zu sprechen denn für so viele bedeutet Alkoholkonsum Freiheitsgefühl!
00:00:59: Wenn gleich sucht.
00:01:00: natürlich genau das Gegenteil von Freiheit ist nämlich das absolute Gefängnis.
00:01:05: Und selbstverständlich werde ich heute hier keine philosophische Erörterung des Begriffes der Freiheit machen.
00:01:11: Ich glaube, das hätte überhaupt gar keinen Platz in einer kleinen Podcast-Folge wie diese hier.
00:01:16: Aber wie gesagt es geht um das subjektive Freiheitsgefühl dass wir, ich glaub viele haben die Alkoholtrinken und wir reden uns halt ein, dass Alkohlfreiheit bedeutet und wir wollen diese Freiheit nicht aufgeben.
00:01:33: und es lohnt sich so dahin zu schauen Denn ich kenne dieses Gefühl natürlich auch sehr, sehr gut.
00:01:40: Also für mich war das auch immer total mit diesem... Freiheitsgefühl verbunden, auch die Zigarette aber echt natürlich auch der Alkohol beim Feiern gehen.
00:01:51: Beim weiß ich auch als Jugendliche einfach weg sein von zu Hause und Dinge tun, die man nicht darf und sich irgendwie Dinge rausnehmen und heimlich in die Clubs gehen Und all das war ein riesengroßes freiheitsgefühle für mich.
00:02:09: und sowas brennt sich natürlich ein insbesondere so ein junges Hirn.
00:02:13: Aber dann ja irgendwann ist es auch nichts mehr Neues, oder?
00:02:16: Also wir trinken in ungefähr den ähnlichen Situationen.
00:02:19: Wir haben so unsere Drinks die wir mögen und das wird halt eher zu einem Ritual und zu einer Gewohnheit und dann irgendwann wissen wir gar nicht mehr wie diese Situation wären ohne Alkohol.
00:02:32: Und eventuell irgendwann wenn du diesen Podcast hörst ist es vielleicht bei dir auch so fühlst du dich eben gar nicht mehr befreit, sondern es ist eher halt ein Zwang.
00:02:42: Es wird halt Sucht und ja dann dürfen wir uns die Frage stellen ob wir durch Alkohol im bestimmtes Gefühl erzeugen wollen oder einfach nur ein anderes vermeiden?
00:02:55: Und wahrscheinlich ist es natürlich beides.
00:02:58: Und eventuell unternehmst du dann zum Beispiel die ersten Versuche, mal hier und da den Alkohol wegzulassen.
00:03:03: Es fühlt sich halt so gar nicht frei an!
00:03:05: Es fühlte sich irgendwie ungewohnt an... es fühlt dich anders an vielleicht auch ein bisschen ungemütlich und das hat einfach nur was damit zu tun dass alle Dinge, die wir neu machen, Dinge mit einem neuen Weg gehen neue Dinge ausprobieren, die für unser Gehirn anstrengend sind und unser Gehinn ist so faul Es hat echt keinen Bock auf Anstrengung.
00:03:27: Eigentlich will unser Hirn nur fannen und das Gewohnte tun, und ja... Das schränkt dann natürlich subjektiv dieses Freiheitsgefühl komplett ein.
00:03:36: Wobei wir innerlich wahrscheinlich sehr gut wissen dass Alkohol uns überhaupt nicht befreit!
00:03:44: Ich möchte Freiheit in dieser Folge sehr, sehr klein denken.
00:03:47: Also eben als dieses subjektive Freiheitsgefühl welches auch für jeden etwas anderes bedeutet und das kann überall entstehen.
00:03:54: übrigens wenn man einen freien Formatak hat ohne Arbeit oder bei einem spontanen Ausflug oder der Sommer überhaupt wow ohne Jacke rausgehen einen neuen Ort entdecken, Autofahren.
00:04:07: Ich persönlich habe das größte Freiheitsgefühl definitiv im Auto fahren und fast jeder Mensch der wirklich regelmäßig trinkt verbindet Alkohol auf irgendeiner Ebene mit Befreiung sei es Befreiungen von Stress, von Hemmungen, von Anspannung... Kontrolle auch.
00:04:22: Von innerem Druck, von Schüchternheit und sozialer Unsicherheit usw.
00:04:27: Und Alkohol ist eben für ganz viele ein Ausdruck oder ein Gefühl von Lebendigkeit und Spontanität.
00:04:35: Menschen stoßen ja überall dort an wo Freiheit irgendwie zelebriert wird oder auf Festivals... Ganz besondere Anlässe, Geburtstage, Silvester.
00:04:47: Generell Wochenende Urlaube also all diese besonderen Momente sind irgendwie mit Alkohol verknüpft auch natürlich die Traurigen da wird Alkona auch hergenommen als ich glaube fast jede vor menschlicher Emotionalität wurde irgendwann mal mit Alkohole ritualisiert.
00:05:07: Freiheit taucht In Werbung auf, in politischen Debatten und Songtexten im Film.
00:05:13: Aber auch in der Art natürlich wie Menschen sich zum Beispiel auf Social Media inszenieren ihr Leben inszeniert.
00:05:20: Freiheit ist eben halt so.
00:05:21: dieses Bild ein Image was wir haben und Alkoholkonsum und Freiheit das ist wo das allergrößte Image.
00:05:28: denn in dieses Image fließen Milliarden Euro jährlich für Werbung und Marketing.
00:05:33: Das erzähle ich ja auch immer wieder, also das ist einfach so krass.
00:05:38: Mir geht es nicht richtig ins Gehirn denn Alkohol ist eine depressionsfördernde Substanz und ich finde es einfach so krasst dass so eine Substanz unter dem Deckmantel der Freiheit verkauft wird.
00:05:53: und es wundert mich eigentlich gar nicht dass so viel Geld notwendig ist um diese Substanz zu bewerben.
00:06:00: In der Werbung wird das Glas Wein nach einem langen Arbeitstag hochgehalten, Alkohol steht für Lockerheit, Lebendigkeit und Spontanität.
00:06:11: Zwischen Konsum und Freiheit besteht eine natürliche Verbindung irgendwie.
00:06:16: Die wurde eben durch ganz viel Geld und Marketing und Werbung über Jahrzehnte hergestellt und muss scheinbar nie erklärt werden.
00:06:27: Das ist für uns komplett.
00:06:29: diese Verbindung zwischen Konsum und Freiheit besteht.
00:06:33: Aber ernsthaft, warum haben wir überhaupt das Bedürfnis Betäubung mit Freiheit so semantisch aufzuladen?
00:06:42: Oder ist Betäubenfreiheit?
00:06:43: Ich weiß nicht!
00:06:44: Also vielleicht ein bisschen... Wenn ich so an Schmerzmittel denke zum Beispiel also wenn ich sie nehme dann bin ich befreit von Schmerzen ergedet.
00:06:52: es ist mit Alkohol ähnlich Im ersten Moment, Alkohol wirkt zwanzig bis dreißig Minuten je nach Drink.
00:06:59: Dann entsteht ein dezent ungutes Gefühl – wie gesagt das ist ein Depressivum!
00:07:05: Genau diese Rechnung mit Alkko die geht halt absolut nicht auf weil wir hinten raus eher Probleme bekommen und es wird ja dann am nächsten Tag oder so im Verlauf des Lebens immer schlimmer und also die Schmerzen verstärken sich sozusagen.
00:07:21: um jetzt bei diesem Vergleich mit dem Schmerzmittel zu sein.
00:07:25: Ich verstehe, dass wenn ich Kopfschmerzen habe eine Tablette nehme und dann sind die mal irgendwie kurz weg... Ich versteh auch, wenn man eher traurig ist das da der Impuls besteht dem irgendwie zu entkommen und da wirkt Alkohol eben wie so ein Medikament Und wir sind kurz ein bisschen entspannter Und wir fühlen halt weniger, weil Alkohol eben betäubt.
00:07:54: Aber das macht die Probleme nicht weg und am nächsten Tag geht es uns noch schlechter als im Tag davor.
00:07:59: Wir sind weniger resilient, weil wir weniger erholt sind.
00:08:02: Weil wir körperlich angeschlagen sind, weil alkohol immer Nervengift ist und den Körper angreift und uns auch emotional schwächt!
00:08:12: Seitdem ich nicht mehr trink, bin ich emotional so viel stabiler.
00:08:17: Ich bin trotzdem extrem emotionaler Mensch und ich mein auch irgendwie total viel aber ich komme mit viel mehr Dingen gut klar und es zerbricht sehr selten eine ganze Welt Und ich habe die allergrößten Probleme und so.
00:08:33: Das ist einfach wirklich aus meinem Leben verschwunden.
00:08:35: das ist schon Sehr sehr stark also nicht mehr so arg aus der Bahn geworfen werden zu können.
00:08:42: Und das ist auch ja eine Form von Freiheit, also wie kann ich mit meinen Gefühlen umgehen und so weiter?
00:08:49: Andere Süchte werden nämlich relativ schnell als Gefahr erkannt – also dieser Kontrollverlust, so etwas dass ein Menschen langsam von sich selbst entfernt und der eigenen Freiheit beraubt.
00:09:02: Das sehen wir bei anderen wenn wir auf andere Drogenabhängigkeiten schauen schon.
00:09:07: Alkohol hingegen trägt Also der Werbung zu haben ist so verdanken, fünf Strichen.
00:09:13: Ein ganz gänzlich anderes Image.
00:09:18: Alkohol für Urlaub, für Jugend, für Gemeinschaft und für Kunst.
00:09:21: Für das angeblich echte sich gehen lassen, treiben lassen, das Emotional.
00:09:27: Fast als wäre nicht dann halt der Zustand der Verkrampfung und Alkohl ist die Befreiung davon.
00:09:34: Und es ist so ein Bullshit wirklich.
00:09:37: Es ist so krass, ich kann's nicht im Worte fassen!
00:09:39: Für mich ist das genau umgekehrt und nicht nur für mein Leben auch für viele andere die nüchtern geworden sind.
00:09:46: Die berichten genau davon dass die Nüchterheit die viel größere Freiheit ins Leben bringt.
00:09:53: Für mich ist es eben nicht nur diese momenthafte Freiheit, die man mit Alkohol meine Dwingen hat.
00:09:59: Für diese Sekunden, für diese paar Minuten, für diesen paar Stunden ja... Was für mich auch immer so das war so die Freiheit, dir die Augen verschließt vor all dem was in der Zukunft liegt und mich bedroht weil mich hat ganz viel bedrohet in meiner Zukunft gefühlt und auch manchmal wirklich.
00:10:19: Und da war halt so Der Escape war halt damit Alkohol schon da.
00:10:25: Und jetzt ist es alles, wirklich alles sehr selbstbestimmt und das ist einfach ein sehr großes Freiheitsgefühl für mich.
00:10:42: In Sachen Sucht-und-Konsum besteht Unfreiheit eben nicht nur darin etwas nicht tun zu dürfen also ich darf nicht mehr trinken oder ich kann nicht mehr dringen und nie doof und so sondern Andersherum ja auch, die Unfreiheit besteht ja auch daran immer wieder etwas tun zu müssen.
00:11:00: Immer wieder trinken und da quasi keine Entscheidungsfreiheit zu haben.
00:11:06: Und wo beginnt nun Unfreiheit?
00:11:08: in der Sucht im Kontrollverlust?
00:11:11: Ja das ist auf jeden Fall ein Merkmal von Sucht.
00:11:15: aber vielleicht denkst du ich bin eh so kontrolliert kann ja sein dass es eigentlich gar nicht so oft in deinem Leben passt und du dich damit gar nicht so gut identifizieren kannst, weil du einen Anfangstrichen zivilisiert trinkst.
00:11:28: Dich nie B-Trinkst immer mal hier anweilen oder dort ein kleines Bier oder wie auch immer.
00:11:35: Und du aber trotzdem eventuell bestimmte Gefühle oder bestimmte Situation ohne Betäubung eigentlich kaum aushalten kannst.
00:11:47: Du trinkt vielleicht eben nicht um eskalieren zu wollen?
00:11:51: Vielleicht trinktest du einfach nur damit du am nächsten Morgen wieder arbeiten kannst.
00:11:56: Weil du weißt, du musst am nächsten morgen wieder arbeiten und der Gedanke schon so überreizt ist oder dir ein bisschen Stress verursacht und denkst, ich will jetzt aber heute am wenigsten mal abschalten.
00:12:10: Oder weil du dich irgendwie schon gar nicht mehr erreichen kannst, weil die Situation schon so festgefahren ist weil dein Nervensystem permanent überreizt ist, weil du vielleicht auch das Gefühl hast ständig performen zu müssen.
00:12:22: Weil du ein bisschen ausgebrannt bist so eine emotionale Erschöpfung hast die die Gesellschaft ja auch produziert aber leider kaum Räumenschaft da wirklich Dinge zu verarbeiten und dann wird uns ja Alkohol auch vor die Füße geschmissen.
00:12:38: also es Nicht verwunderlich.
00:12:41: Es ist ja fast ein Wunder in dieser Gesellschaft, kein Alkoholproblem zu entwickeln wird hier ständig gesagt ihr hier trinkt doch was.
00:12:48: damit kannst du besser abschalten?
00:12:49: damit kannst Du also mit abschalten meinen wir eigentlich nur vergessen.
00:12:53: Ja und das ist dass es alkohol war.
00:12:55: soll ich denn abschallte was soll ich dann vergessen?
00:12:58: Ich persönlich will gar nichts vergessen.
00:13:01: ich will präsent sein und mein leben kreieren Ein Leben kreien aus dem ich mich einfach nicht ausknipsen möchte, trotz schwieriger Situation.
00:13:12: Ich glaube ganz viele Menschen unterschätzen wie existenziell Nüchternheit eigentlich sein kann weil sie sich auf dem großen Verzicht reduzieren.
00:13:21: aber echte Nüchlternheit bedeutet so viel mehr als nur Nichtkonsum.
00:13:28: Sie kann die Art verändern, wie du dein Leben erlebst.
00:13:31: Sie verändert auf jeden Fall die Art, wie Du Dein Leben erlebst!
00:13:34: Sie verändert Deine Lebendigkeit, Deine Vitalität... sie verändert wie Du Beziehung gestaltet bist und wie Du nähererlebst.. sie verändert die Möglichkeiten und die Chancen, die Du für Deinen Leben sehen kannst.
00:13:49: Wenn ich das Thema interessiert jetzt im Juni haben wir den Themenmonat Freiheit im Sauber-Art Studio.
00:13:56: Also melde dich gerne an und check mal die Website aus www.sauberart.at.
00:14:02: Vielen, vielen Dank fürs Zuhören!
00:14:04: Das war's für heute.
00:14:06: Ich wünschte eine wundervolle Woche Bis nächste Woche Donnerstag.
00:14:10: Fühl Dich um Abend Deine Linda von Sauber Art.
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